Couple enjoying view hiking in the alpine mountains

Aufschwung in der Outdoor-Branche – Kundenwünsche werden immer wichtiger

Erst vor kurzem noch hatte die Outdoor-Branche mit einem deutlich sinkenden Umsatz zu kämpfen. Jetzt geht es langsam wieder bergauf, wie aktuelle Zahlen belegen. Danach hat die Branche auch in Zukunft gute Chancen, das mit Abstand größte Kernsegment des Sportmarktes zu bleiben. Voraussetzung dafür ist aber nach Meinung von Experten, dass Firmen und Unternehmen von nun an stringent neue Konsumtrends am Markt ermitteln, und sich verstärkt nach Kundenwünschen und geänderten Kaufkriterien richten.

Rund 15 Jahre lang erlebte die Outdoor-Branche einen recht starken Aufschwung, doch dieses ungebremste Wachstum ist jetzt endgültig vorbei. Steigende Einnahmen werden in der Branche zwar auch zukünftig erwartet, allerdings wird nur ein langsames Wachstum im einstelligen Bereich prognostiziert.

Überkapazitäten bremsten das Wachstum der Branche

Zu dieser Konsolidierungsphase kam es laut Expertenmeinung, weil die Outdoor-Branche in jüngster Vergangenheit gleich mit mehreren Problemfeldern zu kämpfen hatte: Eines der größten Probleme war dabei, dass nach anfänglichen Erfolgen beim Verkauf von Outdoor-Kleidung und –schuhen plötzlich zu viel Ware den Markt überschwemmte. Überkapazitäten und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb bremsten somit das Wachstum. Außerdem gab es ganze Outdoor-Ausrüstungen plötzlich überall zu kaufen, beim Discounter um die Ecke genauso wie beim Kaffee-Riesen Tchibo, und auch in zahlreichen Online-Shops. Die vermeintlichen Vorteile des Fachhandels, wie individuelle Beratung oder spezielle Serviceleistungen dem Kunden gegenüber, waren nicht stark genug, um sich gegenüber der wachsenden Konkurrenz zu behaupten. Dazu kam, dass gerade im Fachhandel die Zugpferde der Outdoor-Produkte, nämlich Kleidung und Schuhe, entsprechend teuer waren und daher von den Käufern als langlebige Konsumgüter angesehen wurden: Die Kunden konnten nicht nachhaltig davon überzeugt werden, diese hochpreisigen Produkte in kürzeren Zeiträumen nachzukaufen.

Kunden wünschen sich Qualität und Nachhaltigkeit

Zu diesen Problemen kamen außerdem zahlreiche Beschwerden über Qualität, Verarbeitung und Funktion der angebotenen Produkte hinzu. So monierten Kunden zum Beispiel in Internetportalen, dass angeblich wasserfeste Jacken dieses Kriterium offenbar gar nicht erfüllten: Demnach waren die Jacken entweder tatsächlich fehlerhaft, oder man hatte die Kunden falsch beraten – beides war nicht dazu geeignet, die Kundschaft zu begeistern und an die Händler zu binden.

Kundenbeschwerden und negative Beurteilungen hagelte es auch bei etlichen Herstellern, die ihre Outdoor-Ware zum Beispiel in Fernost unter wenig durchschaubaren Bedingungen produzieren ließen: Bei Produkttests der Stiftung Warentest oder von Greenpeace wurden schädliche Chemikalien in einigen dort hergestellten Produkten entdeckt. Diese Negativtrends führten schließlich dazu, dass die Absatzzahlen sanken, und so mancher sagte bereits das Ende der Outdoor-Branche voraus. Doch die Branche lebt, wie aktuelle Umsatzzahlen beweisen.

Europäische Outdoorbranche mit leichten Zuwächsen

So machte die europäische Outdoor-Branche nach Angaben der European Outdoor Group (EOG) im vergangenen Jahr mehr als 10 Milliarden Umsatz, das bedeutet ein Plus von 3,1 Prozent. Die größten Zuwächse gab es bei Schuhen (5,2 Prozent) und bei Rucksäcken (2,7 Prozent). Eine weitere Umfrage belegt, dass die Zahl der Personen in Deutschland, die sich in naher Zukunft Outdoor-Bekleidung für Sport oder Alltag kaufen will, kontinuierlich steigt – von 2,5 Millionen im Jahr 2012 auf aktuell 2,76 Millionen Kunden im Jahr 2014. Die großen Trendthemen Sport, Gesundheit und Natur sind nach wie vor ungebrochen stark in der Bevölkerung vertreten, und davon profitieren auch die Outdoor-Händler.

Die Kernfrage heißt „Was will der Kunde?“

Um diesen positiven Trend zu nutzen und weiter auszubauen ist es für die Unternehmen nach Expertenmeinung allerdings notwendig, sich in Zukunft den Kundenstamm besser und nachhaltiger zu erschließen. Dazu gehört in erster Linie, die Wünsche und den Bedarf aktiver Outdoorer, zum Beispiel durch Marktforschungs-Untersuchungen, zu ermitteln, um daraus die richtige Strategie für Produktion und Marketing zu entwickeln. Die Kernfrage heißt also: Was will der Kunde?

Aktuelle Umfragen brachten bereits erste Ergebnisse: Wichtigstes Kaufkriterium ist demnach die Qualität. Erst dann folgen das Material und schließlich der Preis. Outdoor-Kunden wünschen sich zudem verstärkt Innovationen bei Funktion und Material der Outdoor-Kleidung, und legen besonderen Wert auf die Umweltverträglichkeit der Produkte sowie auf Transparenz bei den Unternehmen selbst.

Auch Markenhersteller müssen an Ihrem Image feilen

Zahlreiche Firmen haben bereits erkannt, dass der Wind inzwischen rauer weht, und auch Markenhersteller an ihrem Image feilen müssen. Denn nur so können sie auch zukünftig am ehemals als „satt“ bezeichneten Markt erfolgreich sein. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Vaude, das sich schon seit Jahren als ökologische Marke präsentiert. Dieses Qualitätsmerkmal baut die Firma jetzt weiter aus und präsentierte ihren Kunden einen ausführlichen Nachhaltigkeitsbericht. Darin ist zu lesen, dass 78 Prozent der Vaude-Kollektion ein Öko-Label trägt.

Erster Schritt hin zur Kundenorientierung

Doch damit ist die Kundenorientierung erst am Anfang, weitere Schritte müssen folgen. Die Beratungs- und Dienstleistungsgesellschaft concertare erarbeitet seit mehr als 15 Jahren gemeinsam mit ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen, um Kunden profitabel zu gewinnen und zu binden. Mit einem Dreiklang aus sorgfältiger Analyse, konzeptioneller Gestaltung und praxisorientierter Umsetzung hat das Dienstleistungsunternehmen bereits viele namhafte Kunden auf dem Weg zu ausgezeichneten kundenorientierten Unternehmen begleitet.

Quellen:
www.outdoormarkt.com
www.welt.de
www.textilwirtschaft.de
www.europeanoutdoorgroup.de
www.statista.de