iCar – Was plant Apple mit seinem eigenen Elektrofahrzeug und wie können die Kunden davon profitieren?

Viele Experten glauben, dass die Zukunft im Automobilsektor u.a. in der Entwicklung des Elektroautos liege. Alleine in Deutschland sind die Zulassungen für Elektroautos seit dem Jahr 2009 von 162 auf aktuell 25.502 in 2016 gestiegen, Experten geben sogar eine vorsichtige Prognose von ca. 1 Million Autos im Jahre 2020 für Deutschland aus. Doch selbst wenn sich diese gewagte Schätzung nicht bewahrheitet, bietet sich den Automobilherstellern doch eine große Möglichkeit auf diesem Markt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch andere Unternehmen von diesem Wachstum profitieren wollen und einen Einstieg in das Segment wagen.

Erste Pläne und Probleme

Bereits seit einigen Jahren ist bekannt, dass Apple, der kalifornische Hersteller von Computern, Smartphones und Unterhaltungselektronik, eine Großoffensive auf den Elektroautomarkt plant. Seit dem Jahr 2010 gibt es Gerüchte, wonach Apple, aber auch Google, mit aller Macht versuchen, sich in diesem Bereich eine Scheibe des künftig wachsenden Marktsektors abzuschneiden. Das große Problem besteht jedoch zurzeit noch im nicht vorhandenen flächendeckenden Vertriebs- und Werkstattnetz. Dadurch besteht noch keine Möglichkeit für den (zukünftigen) Kunden, das Auto zu warten und zu kaufen. Das sogenannte „iCar“ soll aber bereits im Jahr 2019 oder 2020 als Kleinwagen auf den Markt kommen. Zunächst noch als Carsharing-Variante, wie bspw. bei BMW und dem Drive-Now-Modell. Dort können die Fahrzeuge vorab kurzfristig gemietet und im Anschluss minutengenau abgerechnet werden.

Entwicklung des iCar u.a. in Berlin, Produktion in Österreich

Die Kalifornier sollen für das iCar bereits 15-20 Experten aus der deutschen Autobranche, die sich in Berlin in einem kleinen Entwicklungslabor Gedanken über ein Geschäftsmodell machen, engagiert haben, wobei die Pläne angeblich bereits sehr konkret sind. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung soll es sich um „Hochkaräter aus der deutschen Automobilbranche“ darunter Ingenieure, Softwareentwickler und Vertriebler, handeln. Relativ junge Leute, die in ihren Autokonzernen nicht weitergekommen seien, aber die Fähigkeit zu progressivem Denken besitzen, sollen die hohen Kundenwünsche erfüllen. Die zu klärenden Fragen betreffen derzeit etwa mögliche Kooperationen in Deutschland, die benötigten Zulassungen sowie der Blick zur direkten Konkurrenz, wie Tesla und BMW, aber auch zu anderen computergesteuerten Vehikeln.

Zusätzlich soll Apple in Österreich im Bereich Produktion fündig geworden sein. Die Fertigung soll der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna für das iCar übernehmen.

Konkurrenz für führende Hersteller?

Apple konnte bereits viele namhafte Mitarbeiter konkurrierender Marken für ihre eigenen Zwecke gewinnen. So wurde ein führender Ingenieur von Tesla oder auch eine ranghohe Entwicklerin selbstfahrender Autos des VW-Konzerns verpflichtet. Apple versucht derzeit, die Ideen und Konzepte anderer Autobauer zu nutzen, um in Zukunft die führenden Hersteller in diesem Segment anzugreifen.

Doch kann das iCar eine wirkliche Alternative zu BMW oder Tesla werden und können die zukünftigen Verkaufszahlen mit denen der Konkurrenz überhaupt mithalten? Die Meinungen gehen hier weit auseinander, während Martin Winterkorn, ehem. Vorstandschef von VW, dem iCar entspannt entgegensieht und sogar eigene Vorteile durch den größer werdenden Bezug zu jüngeren Zielgruppen erkennt, sieht etwa Norbert Reithofer, ehem. Vorstandsvorsitzender der BMW AG, das Apple-Auto als ernstzunehmende Herausforderung.

Vorteil des vorhandenen Kundenstamms

Das Unternehmen Apple verzeichnete alleine im Jahr 2015 einen Umsatz von 233,7 Mrd. US$ und gilt seit ein paar Jahren schon als wertvollste Marke der Welt. Durch den Verkauf von Produkten, wie dem Ipod, dem Iphone (laut Time Magazine „Erfindung des Jahres 2007“) und dem Ipad haben die Amerikaner einen riesigen Kundenstamm aufgebaut. Viele Besitzer von Apple-Artikeln haben über die Zeit ein enges Verhältnis und eine große Affinität zu den Produkten aufgebaut. Sobald etwa die neue Generation des Iphone auf dem Markt erscheint, stehen viele Kunden tagelang in kilometerlangen Schlangen vor den Geschäften, um als einer der Ersten in Besitz des neuen Smartphone zu sein. Apple betrachtet diese Personen als Zielgruppe für Ihr kommendes Fahrzeug und nicht die Gruppe Mensch, die auf ein gutes Preis/Leistungsverhältnis sowie eine praktische Anwendung Wert legt. Der Großteil des vorhandenen Kundenstamms deckt durch sein Verhalten und Denken, insbesondere einem großen Interesse an neuen sowie fortschrittlichen Technologien, viele Attribute eines Elektroautokäufers ab.

Das Ziel von Apple in der Zukunft ist es, die Kunden auch mit weiteren Erfindungen oder neuen Entwicklungen wie dem iCar zu versorgen und die Synergien der aktuellen Bekannt- und Beliebtheit auszuschöpfen. Auch auf Grund dessen traut es sich der Softwareriese überhaupt zu, eine reelle Chance zu haben, zukünftig einen wichtigen Platz im Bereich der Elektroautos einzunehmen. Dieser Wettbewerbsvorteil kann entscheidend sein, um später die Möglichkeit zu haben, große Absatzmengen zu generieren.

Apples Vision

Bereits heute steht nordöstlich von San Francisco ein Gelände, auf dem in Zukunft moderne Apple-Autos getestet werden können. Steve Jobs, ehemaliger CEO von Apple hatte vor seinem Tod 2011 stets verkündet, wie wichtig technische Revolutionen seien und zettelte diese regelmäßig selbst erfolgreich an. So scheint auch das Apple-Car in Form des iCar nur die logische Fortsetzung der bisherigen Produktstrategie zu sein. Jobs wollte „den Menschen per Software dazu bringen, dass er sich aufs Wesentliche konzentrieren kann“. In Zukunft würde der Mensch nicht mehr selber fahren, sondern fahren lassen. Der Computer nimmt die Rolle des Chauffeurs ein und das Auto wird so zum softwaregelenkten Roboter. Ganz nach dem Wunschdenken Jobs` findet der Mensch innerhalb des Fahrzeugs sein Glück in der totalen Internet-Connectivity. Während der Fahrt hört er Musik oder sieht Filme, hat überall installierte Bildschirme und ist durch die digitale Kommunikation mit anderen Nutzern vernetzt.

Schlussfolgerung

Modernes Kundenmanagement muss heutzutage die Kunden auch auf emotionaler Ebene erreichen. Vor allem die beiden Faktoren Vertrauen und Begeisterung können einen sehr starken Einfluss  auf eine hohe Kundenzufriedenheit haben und damit verbunden eine hohe Loyalität  des Kunden zum Unternehmen bewirken. Zu einem ganzheitlichen Management der Kundenbeziehung gehört es, die emotionalen Faktoren der Kundenzufriedenheit und –bindung seiner Kunden zu verstehen und zur Optimierung Ihrer Kundenbindungsstrategien zu nutzen.

Um Kundenbeziehungen zu verbessern und Hersteller und Autohäuser in diesem Bereich genau zu beraten, testet concertare seit fast 20 Jahren vor Ort im Handel und gibt im Anschluss analysierte, detaillierte Verbesserungsvorschläge, um die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden noch zu verbessern. Seit vielen Jahren finden diese Tests auch im Bereich der Elektroautomobile Anwendung. Mit speziell konzipierten Fragebögen kann untersucht werden, wie Kunden das Thema Elektromobilität näher gebracht wird.

 

Quellen: 

  • http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/apple-steve-jobs/apple-icar-entwicklung-in-geheimem-autolabor-in-berlin-14183854.html
  • http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/icar-aus-deutschland-apple-autotraeume-werden-in-berlin-konkret/13462106.html
  • http://www.wiwo.de/unternehmen/it/40-jahre-apple-von-der-zigarrenkiste-zum-icar/13387284.html
  • http://www.wiwo.de/videos/n-tv/kommt-2019-das-apple-icar/13463156.html
  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/19/geheimlabor-apple-laesst-icar-offenbar-in-berlin-entwickeln/
  • http://www.autobild.de/artikel/apple-icar-titan-2020-vorschau-718909.html
  • http://www.chip.de/news/Apple-iCar-Nur-ein-gigantisch-grosses-Handy_76548525.html
  • http://de.statista.com/themen/597/apple/
  • http://de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland/
  • http://de.statista.com/statistik/daten/studie/168350/umfrage/bestandsentwicklung-von-elektrofahrzeugen/