Premium für alle – Wie an Flughäfen jeder zum VIP werden kann

Urlaub – für viele die beste Zeit des Jahres. Die mit Abstand meisten Deutschen verbringen diese Zeit auf dem heimischen Balkon oder im Garten, aber wer tatsächlich einmal raus aus der gewohnten Umgebung möchte, der fliegt gewöhnlich – und zwar nach Spanien. Im vergangenen Jahr war das Land und besonders dessen Inseln das beliebteste Flugziel der Deutschen. Allerdings geht von der sauer verdienten Urlaubszeit immer ein bisschen für außergewöhnlich stressige Angelegenheiten unmittelbar vor dem Reiseantritt verloren: Kind, Kegel und Koffer ins Auto wuchten, teuren Dauerparkplatz am Flughafen finden, mit Gepäck zur Abfertigung hetzen, Schlange stehen, Sicherheitscheck, wieder Schlange stehen, und dann noch die gefühlte Pilgerfahrt zum richtigen Gate. Bis man tatsächlich im Flugzeug sitzt, bräuchte man für den Stress der vergangenen Stunden eigentlich noch einen Urlaubstag zusätzlich.

Der Frankfurter Flughafen z.B. hat sich etwas überlegt, wie man dem Reisenden diesbezüglich helfen kann: Statt der Hetz-Tortur gib es VIP-Luxus.

Frankfurter Flughafen führt Premium-Service ein

Die Urlaubszeit effektiv zu verlängern, indem die Entspannung schon vor dem Take-Off garantiert ist, klingt nach einer Tagträumerei: Eine Limousine fährt direkt zu Hause vor, der Chauffeur verstaut die Koffer, eine entspannte Fahrt direkt zum Flughafen. Dort empfängt einen der persönliche Service Guide, der sich um das Gepäck kümmert und das Einchecken übernimmt, während man selbst einen kostenlosen Drink im VIP-Bereich zu sich nimmt, bevor man ganz ohne lästiges Schlangestehen durch die separate Sicherheitskontrolle geht und schließlich direkt zum Abfluggate chauffiert wird. Kein Parkplatzsuchen, keine Wartezeit, kein Gepäckschleppen. Wer ab Frankfurt fliegt, kann diesen „Home to Gate“-Service buchen, egal, ob man Economy oder First Class fliegt, mit einer Billigfluglinie oder Qatar Airways. Für die Reisenden bedeutet die bevorzugte Behandlung mehr Komfort, Zeitersparnis, mehr Sicherheit, und natürlich eine insgesamt entspanntere Reise.

Wer nicht den vollen Service benötigt, kann auch Teilleistungen buchen, wie etwa einen persönlichen Begleiter, der die Reisenden durch den Flughafen führt. Und wer nicht für den Urlaub, sondern zum Arbeiten in Frankfurt ankommt oder abfliegt, kann sich mittels Office Express direkt zum Büro bringen, oder von dort abholen lassen.

Frankfurt will Deutschlands bester Flughafen werden

Die britische Unternehmensberatung Skytrax bewertet die Servicequalität von Flughäfen und Fluggesellschaften seit 25 Jahren. In diesem Jahr ging der World Airport Awards, die Auszeichnung für den besten Flughafen, nach Singapur – und das schon zum dritten Mal in Folge. Auf dem zweiten Platz landete der Flughafen von Incheon (Südkorea), gefolgt von München. München ist, gemessen am Passagieraufkommen, der zweitgrößte Flughafen Deutschlands und hatte schon im vergangenen Jahr den dritten Platz des Rankings belegt. Frankfurt belegte, wie schon 2014, den 13. Platz. Köln/Bonn arbeitete sich auf den 23. Platz hoch (Platz 28 in 2014), Düsseldorf belegt Rang 34 (36) und Hamburg Rang 45 (44). Die anderen 35 Verkehrsflughäfen des Landes haben es nicht ins Ranking geschafft.

Mit den neuen Premium-Maßnahmen versucht der Frankfurter Flughafen in puncto Service im Skytrax-Ranking aufzusteigen und vielleicht sogar Deutschlands bester Flughafen zu werden. Insofern ist der „Home to Gate“-Service ein cleverer Schachzug, bietet doch München in dieser Hinsicht kaum vergleichbare Services an; lediglich einen Transferservice mit einfachen Taxen stellt man zur Verfügung. Dafür punktet München bspw. mit Schlafkabinen.

Erwartungen an Flughäfen steigen

In den nächsten Jahren wird das Flugverkehrsaufkommen natürlich nicht abnehmen und das Passagiervolumen weiter steigen, wie die Meldung vom vergangenen Dezember zeigt, dass der noch immer nicht eröffnete Berliner Flughafen BER schon jetzt zu klein sei. Damit rücken die Serviceerwartungen der Passagiere in den Fokus der Flughafenbetreiber.

2017 soll der Megaflughafen in Istanbul eröffnen, der etablierte Drehkreuze wie Frankfurt abhängen könnte. Istanbul wird dann bis zu 150 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können, während Frankfurt aktuell lediglich 60 Millionen bedient. Auch Suvarnabhumi, der Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok, wird bis 2020 auf 85 Millionen Passagiere ausgelegt sein, Peking will in wenigen Jahren sogar zum Drehkreuz für 200 Millionen Reisende werden. Aber selbstverständlich werden sich auch Istanbul, Bangkok und Peking nicht mit Schaltern, Rolltreppen und Kofferbändern zufrieden geben – in jedem dieser Flughäfen entstehen breit gefächerte Entertainment-Angebote, VIP-Angebote und natürlich verschiedenste Einkaufsmöglichkeiten. Die Zeiten, in denen ein Reisender einfach nur möglichst schnell ins Flugzeug steigen und ankommen wollte, sind vorbei. Kunden erwarten heute wesentlich mehr Service.

Frankfurt begegnet lästigen Problemen

Das größte Ärgernis an Flughäfen sind laut einer Umfrage aus dem letzten Jahr die langen Wartezeiten am Check-In-Schalter. Mit dem neuen Service begegnet der Frankfurter Flughafen genau diesem Problem auf clevere Art, indem nicht etwa zusätzliche Schalter eröffnet werden, sondern sich die Passagiere um den Check-In einfach nicht mehr zu kümmern brauchen. Auf diese Art ist kein Um- oder Ausbau nötig. Diese Möglichkeit ist in Frankfurt auch nur bedingt gegeben, da der Flughafen historisch bedingt relativ verbaut ist und auch lange Wege zwischen den Gates entstanden sind. Aber auch diesem Problem begegnet der Flughafen mit dem neuen Service. Da in diesem Jahr auch der Retail-Bereich weiter ausgebaut wird (wir berichteten), nähert sich Frankfurt weiter dem an, was in Singapur mit dem besten Flughafen erreicht wurde – ein Ort für Shopping, Gastronomie und Events, statt eine hektische Zwischenstation auf dem Weg zum Urlaubsziel. In Singapur gibt es übrigens auch einen Kinosaal, einen Indoor-Spielplatz, ein Schwimmbad, ein Schmetterlingshaus und eine Dachterrasse mit Garten – und das für ein Passagiervolumen von „nur“ 66 Millionen Menschen.

concertare erkennt Kundenbedürfnisse und Konzeptproblematiken frühzeitig und schlägt individuelle Vorgehensweisen vor, wie ungenutztes Potenzial optimal ausgeschöpft werden kann – damit Unternehmen wie auch Kunden zufriedener sind. concertare blickt auf über 15 Jahre erfolgreicher Consultingtätigkeit zurück, während denen ein breites Spektrum renommierter Konzerne durch individuelle Analyse und Eruierung direkt vor Ort gewinnbringend beraten wurde.

 

Quellen:

  • http://www.spiegel.de/reise/deutschland/deutsche-fliegen-so-viel-wie-nie-griechenland-profitiert-a-1021678.html
  • http://www.spiegel.de/reise/aktuell/skytrax-qatar-airways-ist-beliebteste-airline-der-welt-a-1039236.html
  • http://www.worldairportawards.com/Awards/world_airport_rating.html
  • http://www.travelbook.de/welt/6-Mega-Airports-im-Bau-Die-neuen-Drehkreuze-der-Welt-218442.html